O Captain! My Captain!



John Keating, dargestellt von Robin Williams, ist Englischlehrer am sehr konservativen Internat für Jungen, der Welton Academy. Er verblüfft seine Schüler, in dem er sie mit unkonventionellen Methoden zu selbständigem Handeln und freiem Denken provoziert. Der Film über diese Geschichte heisst ‚Der Club der toten Dichter‘ und kam 1990 sehr erfolgreich in die Kinos. Er ist ein Filmklassiker und vermutlich hat ihn mittlerweile fast jeder gesehen.


Faszinierend ist, wie viel Begeisterung, Leidenschaft, Individualität und Kraft der Lehrer bei seinen teilweise ziemlich verklemmten Schülern weckt. Wie er es schafft, mit Unkonventionalität, Freude und Optimismus individuelle Ängste zu vertreiben, Selbstbewusstsein zu wecken und jeden Schüler besser zu machen.


Womit wir beim Thema wären: Lucien Favre. Er ist ein großartiger Fußball-Theoretiker. Vermutlich einer der Besten, die es gibt. Aber gleichzeitig ist er ein Zauderer, wo er ein Zauberer sein sollte. Stets hat er seine Spieler vor dem nächsten Gegner gewarnt, diesen stark geredet und so seine Spieler systematisch verunsichert. Außerdem hat er sie mit seinen taktischen Überlegungen spürbar verwirrt und überfordert. Borussia Dortmund ist ein jugendliches Team voller Talente - es braucht Führung, ja. Aber es braucht auch einen Captain, der Spaß an der Freude vermittelt. So viel spielerische Klasse muss einfach den strategischen, taktischen und individuellen Raum bekommen, um zu glänzen.


Lucien Favre wurde in dieser Woche entlassen. Endlich. Now it’s showtime.