Ich muss Euch mal offenen Wein einschenken.



Wer Fußballerweisheiten googelt, wird im Netz auf ungezählte Plattformen stoßen. Dort funkeln im Scheinwerferlicht der Sportpresse blendende Einsichten wie diese von Trainer Ristic: „Wer das 0:2 kassiert, kann kein 1:1 mehr schaffen.“ Eine fundamentale Lebensweisheit, bündig zusammen gefasst. Leider hat das Einwirken der Medienschulungen für Fußballer diese Art von freilaufenden Gedanken auf ein paar nichts sagende Klischees reduziert. Über den Sprachspaß ist also, wie Andy Brehme gesagt hätte, „…schon lange Schnee drüber gewachsen.“

Das Vergnügen an der Sprachform ist abgeschafft, stattdessen werden wir nun mit mißmutigen Inhalten konfrontiert.

Rummenigge! „Fußballer könnten als Vorbild einen gesellschaftlichen Beitrag leisten“ (wenn man sie jetzt sofort alle impfen würde). Bedingt lustiger Gedanke, kann ich aber nicht drüber schmunzeln.

Beckenbauer! „Ich habe noch nicht einen einzigen Sklaven in Katar gesehen.“ Kein Wunder, vermutlich hat man ihnen zum Staatsbesuch des Kaisers die Eisenkugeln abgenommen.

Hansi! „So langsam kann man die sogenannten (Pandemie) Experten gar nimmer hören.“ Gemeint war Karl Lauterbach, der sich dezent kritisch mit der letzten Bayern-Reise nach Katar auseinandersetzte.

Dieses ganz staatstragende - isch sach ma so - Geschwafel ist unerträglich. Bitte haltet Euch wieder an die ultimative Einsicht von Andreas Möller: "Mein Problem ist, dass ich immer sehr selbstkritisch bin, auch mir selbst gegenüber."




Bild: Vinotecarium via Pixabay