Ein Anpfiff für Jogi.

Aktualisiert: 11. Dez 2020



Als ich noch im Kindergartenalter war, in dem man gelegentlich sehr peinlich am Ball vorbei tritt, hat man mir ein für alle Male erklärt, dass Fußball das sehr einfache Spiel ist. „Konzentriere Dich auf den Ball, schieße mit dem Herzen und denke nicht lange nach.“

Trotz dieser frühen substanziellen Erkenntnis ist kein Fußballstar aus mir geworden, aber immerhin: ein lebenslang begeisterter Zuschauer.


Womit ich bei den Spielen der deutschen Nationalmannschaft angekommen bin.


„Wie konnte das passieren?“ fragt sich die Nation seit zwei Jahren. Nach dem letzten Spiel gegen Spanien hat sich der Fußballweise Jogi Löw in sich und sein Freiburg zurückgezogen um eine Antwort zu ergrübeln. Kurz bevor der Heilige Nikolaus und sein Knecht Ruprecht, hoffentlich maskiert, durch deutsche Wohnzimmer eilen und Süßes verteilen, wird der Jogi von seinem Chef Olli und dem DFB hoffentlich Saures bekommen.


Und das zu Recht. Denn ein kurzer Blick auf die Nations-League Tabelle offenbart: 13 Tore kassiert in sechs Spielen. Mein Kumpel würde sagen: „Die Abwehr kannst Du vergessen.“ Teils zu grün, teils keine Spielpraxis. Und außerdem kein echtes defensives Mittelfeld vor der Nase. Was die Offensive angeht, gibt es eigentlich nichts zu meckern, außer: „Die Abwehr kannst Du vergessen.“ In dem Fall ist die Spieleröffnung aus der Abwehr gemeint.


Zurück zur Grundthese: Fußball ist das einfache Spiel. Die Abwehr muss also verstärkt werden, das defensive Mittelfeld ebenso. Eine Achse muss etabliert werden. Ich bin für Boateng und Hummels in der Innenverteidigung, davor gerne Can. Nicht etwa, weil sie zu den Besten in Deutschland gehören, sondern weil sie keiner Harmonielehre anhängen, kein Schweigegelübde abgelegt haben und mit ihnen wieder Dampf in die Truppe kommt, neben ihrer fußballerischen Qualität.


Also Jogi: nicht lange grübeln, nach Dortmund und München fahren, einen Fehler wieder gut machen. Und dann ‚hinten sicher stehen‘ und vorne gewinnen.